
Kapitel 4
Es wird georgelt

ines Tages des Sommers 2003 traf Lutz seinen alten Schulkameraden Werner, mit dem er in der Emil-Langen-Realschule
die Schulbank drückte. Natürlich sprachen die beiden sogleich über das „Was machst Du jetzt?“ und
das „Lang ist’s her“. Und es stellte sich heraus, dass Werner Kirchenorgel spielte. „Hey“, dachte sich Lutz,
„…er wohnt in Wolfenbüttel und spielt Orgel – Sehr interessant!“ Die „zündende Idee“, als Organist
in einer Rockband zu spielen, kam jedoch von seiner Frau. Und diese Idee war gut für alle: Werner konnte
sich einerseits (ebenso wie die drei Scherzkekse) vom Alltagsstreß distanzieren und andererseits
einer – ihm gänzlich unbekannten – neuen Musikrichtung öffnen. Mit seinem bescheidenen „Klassik-Wissen“,
Literatur, CD-ROMs sowie mittels Audioaufnahmen unterstützte Lutz den neuen PAINCAKE-Organisten so gut es ging.
Werner machte anfangs hervorragende Fortschritte und stellte vor allem in punkto Qualität eine immense Bereicherung dar.
Zum Beispiel kam von ihm die Idee „Die Moldau“ von B. Smetana zu spielen. DAS klang wunderschön und war in der Form,
wie PAINCAKE dieses Werk interpretierte, etwas Einmaliges! Allerdings musste die Band dieses Werk vorerst „auf Eis legen“,
da Andreas leider noch nicht bereit für die 6/8 war (was jedoch heute absolut kein Problem für ihn darstellt!).
An dieser Stelle sei wieder gesagt, dass Andreas dank Ralphs Unterstützung sowie aufgrund seines Fleißes sehr
gute Fortschritte machte. Ebenso verhielt es sich mit dem Bass-Spiel Kerstins. Ihr enormer Fleiß am Bass stellte
zusammen mit Andreas ein solides Rhythmus-Fundament dar. Zwar orientierte sich Werner immer noch an den Bassgriffen Kerstins,
jedoch waren die vier PAINCAKEs guter Hoffnung, dass auch er am Rolandkeyboard (und einem analogen 70’er-Jahre Synthi)
ein „musikalisches Eigenleben“ entwickeln wird. Kapitel 5
Zwischenbilanz
| Ende März 2003 | Gründung einer namenlosen Nicht-Country-Band als letzte Konsequenz ehrlicher individueller Rock-Mukker |
| Ende März 2003 | Proberaum bei Sascha’s Vater im Keller |
| Anfang April 2003 | PA von Yamaha gekauft |
| Anfang Mai 2003 | Manolito stößt als Percussion-Mann dazu. Die Band wird „KALM“ genannt |
| Anfang August 2003 | Manolito mag nicht mehr und verlässt die Band |
| 16.08.2003 | Nach einem langen Auswahlverfahren wir die Band von „KALM“ in „PAINCAKE“ umbenannt |
| 20.09.2003 | Werner fängt als Keyboarder bei PAINCAKE an |
| Januar 2004 | Andreas kauft von Ralph ein blaues Schlagzeug |
| Anfang März 2004 | Werner mag nicht mehr und verlässt die Band. (Der Grund: Das blaue Schlagzeug ha ha ha – nee, war’n Witz…) |
| Anfang März 2004 | Kerstin macht den Sommergig klar: "Entgleist Festival" in Kalbe/Milde |
| 20.03.2004 | Die Band nimmt ihr erstes Übungsdemo im Keller auf. |
![]() ![]() oben links im Bild: Gebärdensprache für "PAIN" und "CAKE" (Gehörlose können laute Musik über den sogenannten "Knochenschall" wahrnehmen.) |
|
|---|---|
| 29.04.2004 | Kerstin kauft einen blauen Bass (Peavy Grind Bass) |
| 30.04.2004 | Lutz bekommt zwei nicht-blaue Sätze Saiten. Lutz spielt immer noch auf einer rötlichen Gitarre. |
| 06.05.2004 | Erste Gespräche bezüglich „Schacht-Konrad-Gig“ |
Kalbe/Milde und die Komasäufer

sich offensichtlich noch im Delirium des Vortages befinden, versuchen die PAINCAKEs
einfach mal, ein paar wesentliche Dinge zu klären, was auch ansatzweise gelingen mag. Die Backstage-Räumlichkeiten erinnern an die
grell beleuchteten Gebäudestrukturen von Maulwürfen, was jedoch nicht „abschrecken„ kann. Abschreckend ist lediglich der Gedanke
„Wer bekommt hier noch etwas auf die Reihe?“ Dieser Gedanke, ebenso wie die klare Antwort „Keiner!“, wird speziell für den PAINCAKE-Auftritt als Samstags-Opener in die Realität umgesetzt. O.K., die Spontan-Ich-geh-auf-die-Bühne-und-werde-irgendetwas-los-Aktion im Vorfeld war eine absolut spitzenmäßige geniale Aktion. Eve und Lutz haben diese Aktion gefilmt und noch heute kann man sich beim Betrachten des Filmes kaum vor Lachen halten. Mit nur zwei Micros und einem E-Piano durfte jeder, der wollte, auf die Bühne und seine kreativen Ergüsse live in das Publikum werfen. Das reichte vom Durchzähler des 11 Personen starken Publikums bis zu brennenden Hose (rein poetisch betrachtet, versteht sich). Auch ein „Let it be“, was allerdings nur schwer als ebensolcher Lennon-Song erkannt wurde, avancierte in eine gekonnte Selbstreflexion des Momentes als Exegese extrovertierter Avantgarde. Nun aber wieder wech von eloquenter Artikulation und weiter mit dem Schlamm- und Regenfestival alternativ denkender Leute.
Nach einer kurzen prägnanten Vergessenphase bezüglich des „Auftrittes“ – oder besser SfaB – widmete man sein Interesse den
zahlreichen Bands, für die PAINCAKE immerhin mit ihrem SfaB den Soundcheck lieferte. Daß die nachfolgenden Bands natürlich
einen besseren Sound hatten, lag maßgeblich daran, dass der RICHTIGE Mixer-Mann aus seinem Koma erwachte und halbwegs gerade
hinter Mischer stehen konnte. Im sozialistisch verwurzeltem Kollektiv wechselten sich somit „Mixer-Mann“ und sein Azubi ab: Während
der eine seinen Vollrausch ausschlief, konnte der andere mixen, was das Zeux hält! Das scheint allerdings nur dort zu funktionieren;
denn Lutz hat sich mal umgehört: In einem Ingenieurbüro müsste demnach die Büro-Reinigungskraft die Projekte übernehmen,
während der Herr Ingenieur schläft. Und – ganz im kollektivem Gedanken – putzt der Herr Ingenieur die Toiletten, während
die Büro-Reinigungskraft ihren Vollrausch ausschläft. Im „Sherwood Forest“ in Kuba funktioniert das!
Nachdem Lutz höflich nach einem Kaffee fragte, wird er herzlich- und
natürlich KOLLEKTIV ausgelacht. Schwupps – schon steht ein voller Bierbecher vor seiner Nase, welchen er anstandshalber austrinkt.
Oder war es die pure Angst, dass ihn „der harte Kern“ verhauen würde, wenn er das Bier nicht trinken würde? Schließlich ist
es schon 5:45 Uhr und das Bier könnte ja schlecht werden. Die Zeit vergeht im Fluge und Lutz erfährt, dass Wodka „ganz schön
harter Stoff“ sein soll, dass man blöd angeguckt wird, wenn man mit einem Panzer bei McDonalds DriveIn seine Bestellung aufgibt und
dass der TONTECHNIGER(!) des Entgleist-Festivals Kurt heißt. Tja, leider ist Kurt zu diesem Zeitpunkt bereits weit über die
3Promillegrenze hinausgeschossen. Demnach fällt Lutz „unangenehm“ auf, da er mit unter 1Promille sich vorkommt wie ein Antilopenbaby
zu Besuch bei einem Rudel Löwen. Als Mission Impossible erweist sich dann noch das Verklappen eines biergefüllten Bechers.
Dieses gelingt ihm aber doch noch, indem er den Gerstensaft im schlammigen Boden versenkt. Uff! ….hat keiner gesehen! Lutz kam noch
mal mit dem Leben davon!
![[aktuelle Uhrzeit]](http://www.paincake.de/cgi-bin/analogclock.cgi?bgimage=uhr.gif&arrowcolor=003333&scalecolor=06470C)