Prolog

Es begann mit

HORROR!

W
               ir schreiben das Jahr 2002, ein Jahr bevor Johnny Cash starb. Im November des besagten unseligen Jahres wagten sich 5 musikalische Irrläufer auf die gigantischen Bretter, die den schlechten Geschmack bedeuten. Gemeint ist ein verschlafenes Dorf, welches Anspruch auf „Western-Stadt“ erhebt, inmitten der mitteldeutschen Berglandschaft – auch „der Harz“ genannt - . Ja, in Hasselfelde wagten sich 5 „back-to-the-roots“-Musiker, davon 3 NICHT-Country-Mukker (sondern Rockmukker), unter die Augen und Ohren der weekend-John-Waynes. Es gilt natürlich nicht, jenes gruselige Ereignis genau zu schildern, da es nicht zur „PAINCAKE-History“ beiträgt. Jedoch war jenes Grusel-Ereignis für zwei der drei PAINCAKE-Mukker eine erhebliche Ursache, sich mit anständiger Musik zu beschäftigen. O.K., mit der unanständigen Country-Musik haben die 5 es geschafft – trotz einer Übungszeit von NUR drei Monaten – den 6ten Platz von 18 Platzierungen zu erreichen. Dieses Ergebnis haben nicht einmal semi-semi-semi-professionelle Countrybands mit langjähriger Countryerfahrung (im Vorjahr) erreicht!
Nun, aus Fehlern lernt man. Gesagt – Getan! Nach dem Pullmancity-Disaster beschlossen Kerstin und Lutz zusammen Rockmusik zu machen.

Kapitel 1

Aller Anfang ist schwöhr!


N
              un, da Kerstin treffend feststellte, dass weder unsere Konfektionsgrößen noch die musikalische Eigenständigkeit in das Raster medientauglicher Casting-Shows passen, mussten folglich Konsequenzen gezogen werden. Somit wechselt sie vom (ausschließlichen) Gesang zur Bassgitarre, was intensives Üben voraussetzt. Zwar muß vorerst ein alter Hohnerbass hinhalten, jedoch erfüllt dieser Bass seinen Zweck. Auf einen kleinem Amp wurden dann die ersten Bassbegleitungen erfolgreich absolviert. Als nächstes stand die Frage nach „Schlagzeug“ und „Übungsraum“. Nach relativ kurzer Suche bekam die Band, die noch keinen Namen hatte, einen privaten Übungsraum im Keller eines Einfamilienhauses in Wolfenbüttel. Perfekt! Das Krachmachen konnte beginnen. Der Saitenkwäler Lutz transportierte sogleich seine alte Schießbude vom Keller der Eltern in den Wolfenbüttler Übungskeller. Nun könnte Andreas loslegen. Schließlich hatte er ja mal in einer Schülerband in Berlin gespielt. Leider hörten sich seine Rhythmen immer noch wie „Schülerband“ an, was man aber nicht verdenken konnte, da ja allzeit der Spruch greift „Wer rastet, der rostet“. Folglich musste ein Schlagzeugprofi her. Lutz kannte einen sehr guten drummer, mit dem er im Studio vor längerer Zeit mal zusammen spielte (GBT feat. Crazy Dad). Schon klingelt das Telefon bei Ralph.
Diese Anfänge ereigneten sich so gegen Ende März 2003 und es folgte Anfang April 2003 noch die Anschaffung einer kleinen Yamaha-PA. Die Anlage konnte in Monatsraten „abgestottert“ werden während die Band zeitgleich schon losrocken konnte!!!

Kapitel 2

Vom „drum ´n bass“ zum „rock“



D
           a war mal so’n Typ aus der Techno-, ääh, nee, Technikerschule, der hat bei Songs immer die Beats mitgeklopft. Allerdings nur „ungerade“ Takte, d.h. 5/4, 7/8, 5/8, etc. Mit dem 4/4-Takt konnte Manolito kaum etwas anfangen. Egal! Das kann man lernen. Wer wie ein Taktgeber konsequent ohne Abweichung den Beat kloppt, der wäre doch ganz gut in unserer Band aufgehoben, oder?! Daraufhin hat Lutz den Manolito einfach in den Übungsraum vor zwei Congas gestellt und gesagt „Leg’ los!“. So nannte sich die Band ab diesem Zeitpunkt „KALM“, was für „Kerstin-Andreas-Lutz-Manolito“ stand. Daß der Bandname völlig beknackt sei, war allen Beteiligten völlig egal; Hauptsache „Mukke machen!“ Manolito bestellte sich via Internet Bongos, Lutz zeigte ihn ein paar Grundrhythmen. Ebenso wie der Eifer Manolito ereilte, genauso verflog jener Eifer auch schnell und die „Prioritäten im Leben eines Menschen“ wurden mal kurz neu gewürfelt. Irgendwann im August erhält man dann eine E-Mail, dass Manolito einerseits den Anschluß an die Rockmusik nicht findet und andererseits dass er im September nach Düsseldorf „auswandern“ will. Na ja, DAS muß man eben akzeptieren. Die Band bastelte derweil weiter an den ehemaligen „Crazy Dad“-Songs aus Lutzes vergangenen Straßenmusik- und Kleinkunstbühnenzeiten. Diese Songs, die ursprünglich für Akustik-Klampfe, Gesang und Blues-Mundharmonika ausgelegt waren, wurden „Rockband-kompatibel“ gemacht.

Kapitel 3

KALM heisst nicht mehr KALM


N
              achdem Manolito „offiziell kündigte“, probte die Band vom August bis Mitte September des Jahres 2003 in der Dreier-Besetzung Andreas (Schlagzeug), Kerstin (Bass, Gesang) und Lutz (Gitarre, Gesang). Da allen bewusst war, dass einerseits der Name „KALM“ ohne Manolito keinen Sinn ergibt und andererseits „KALM“ immer noch äußerst komisch klingt, entschlossen sich die Drei zur Wahl eines neuen Bandnamens. Dieses Unterfangen stellte sich als gar nicht so einfach dar, da drei verschiedene Charaktere auch drei voneinander unabhängige Meinungen haben. So entschloss man sich, die persönlichen Vorschläge auf einem Blatt Papier zu sammeln und darüber zu diskutieren bzw. abzustimmen. An den folgenden Vorschlägen kann man unschwer erkennen, dass Spaß gepaart mit Kreativität die kuriosesten Blüten trägt.



Rustlenussel = raschelnde Miesmuschel
sneering pond = grinsender Teich
Leave Leaf = verlassenes Blatt
Hugehooch = Riesenfussel
Paincake = Schmerzkuchen
Whet-Stone = Wetz-, Schleifstein
Whang Pang = Krach, „plötzlicher Schmerz“
Tickletact = Kitzel-Feingefühl (Takt)

Daß die Drei sich für den Schmerzkuchen entschieden haben, dürfte ja nun bekannt sein. Und obwohl man als Scherzkeks bereits so viele Gedanken über den Schmerzkeks machte, konnten die Drei bis heute keinen tieferen Sinn aus dem Namen „Paincake“ entlocken.


Kapitel 4

Es wird georgelt

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            ines Tages des Sommers 2003 traf Lutz seinen alten Schulkameraden Werner, mit dem er in der Emil-Langen-Realschule die Schulbank drückte. Natürlich sprachen die beiden sogleich über das „Was machst Du jetzt?“ und das „Lang ist’s her“. Und es stellte sich heraus, dass Werner Kirchenorgel spielte. „Hey“, dachte sich Lutz, „…er wohnt in Wolfenbüttel und spielt Orgel – Sehr interessant!“ Die „zündende Idee“, als Organist in einer Rockband zu spielen, kam jedoch von seiner Frau. Und diese Idee war gut für alle: Werner konnte sich einerseits (ebenso wie die drei Scherzkekse) vom Alltagsstreß distanzieren und andererseits einer – ihm gänzlich unbekannten – neuen Musikrichtung öffnen. Mit seinem bescheidenen „Klassik-Wissen“, Literatur, CD-ROMs sowie mittels Audioaufnahmen unterstützte Lutz den neuen PAINCAKE-Organisten so gut es ging. Werner machte anfangs hervorragende Fortschritte und stellte vor allem in punkto Qualität eine immense Bereicherung dar. Zum Beispiel kam von ihm die Idee „Die Moldau“ von B. Smetana zu spielen. DAS klang wunderschön und war in der Form, wie PAINCAKE dieses Werk interpretierte, etwas Einmaliges! Allerdings musste die Band dieses Werk vorerst „auf Eis legen“, da Andreas leider noch nicht bereit für die 6/8 war (was jedoch heute absolut kein Problem für ihn darstellt!). An dieser Stelle sei wieder gesagt, dass Andreas dank Ralphs Unterstützung sowie aufgrund seines Fleißes sehr gute Fortschritte machte. Ebenso verhielt es sich mit dem Bass-Spiel Kerstins. Ihr enormer Fleiß am Bass stellte zusammen mit Andreas ein solides Rhythmus-Fundament dar. Zwar orientierte sich Werner immer noch an den Bassgriffen Kerstins, jedoch waren die vier PAINCAKEs guter Hoffnung, dass auch er am Rolandkeyboard (und einem analogen 70’er-Jahre Synthi) ein „musikalisches Eigenleben“ entwickeln wird.
Diese Hoffnung wurde leider ab Dezember 2003 sehr stark beeinträchtigt. Während Kerstin und Lutz ein äußerst gutes Verhältnis zu Werner und seiner Familie pflegten, ließ jedoch die musikalische Bereitschaft des PAINCAKE-Organisten jäh nach. Das, von den drei „Ur-PAINCAKEs“, bereits erwartete „Ende“ erfüllte sich somit im Februar 2004 mit ähnlichen Begründungen, wie sie bereits in Kapitel 2 beschrieben worden sind. Die Freundschaft blieb jedoch erhalten!!! Allerdings musikalisch entstand scheinbar eine Lücke. Diese vermeintliche Lücke ließ sich wiederum durch ein harmonisches Zusammenspiel der Band sowie fehlender „Bremswirkung“ sehr schnell schließen, was einen rasanten musikalischen Fortschritt zur Folge hatte. Nicht, dass das Wort „Bremswirkung“ hier falsch verstanden oder –interpretiert wird; denn eine permanente Rücksichtnahme, die eine Einschränkung persönlicher musikalischer Kreativität zur Folge hatte und auch das gänzliche Fehlen EIGENER Ideen und Vorstellungen des Musikers…. ….sind nach Meinung von Lutz ausreichend „Bremswirkungen“. Mit „Ideen“ sind eigene Experimentierversuche, Kreativität und ihre praktische Umsetzung, Lust und Spaß an der Musik, Herzenseinstellung, künstlerische Freiheit u.v.m gemeint.
Also spielten PAINCAKE ab Ende Februar 2004 wieder mal in der „Ur-Besetzung“

Kapitel 5

Zwischenbilanz

Ende März 2003 Gründung einer namenlosen Nicht-Country-Band als letzte Konsequenz ehrlicher individueller Rock-Mukker
Ende März 2003 Proberaum bei Sascha’s Vater im Keller
Anfang April 2003 PA von Yamaha gekauft
Anfang Mai 2003 Manolito stößt als Percussion-Mann dazu. Die Band wird „KALM“ genannt
Anfang August 2003 Manolito mag nicht mehr und verlässt die Band
16.08.2003 Nach einem langen Auswahlverfahren wir die Band von „KALM“ in „PAINCAKE“ umbenannt
20.09.2003 Werner fängt als Keyboarder bei PAINCAKE an
Januar 2004 Andreas kauft von Ralph ein blaues Schlagzeug
Anfang März 2004 Werner mag nicht mehr und verlässt die Band. (Der Grund: Das blaue Schlagzeug ha ha ha – nee, war’n Witz…)
Anfang März 2004 Kerstin macht den Sommergig klar: "Entgleist Festival" in Kalbe/Milde
20.03.2004 Die Band nimmt ihr erstes Übungsdemo im Keller auf.
CD frontCD back
oben links im Bild: Gebärdensprache für "PAIN" und "CAKE" (Gehörlose können laute Musik über den sogenannten "Knochenschall" wahrnehmen.)
29.04.2004 Kerstin kauft einen blauen Bass (Peavy Grind Bass)
30.04.2004 Lutz bekommt zwei nicht-blaue Sätze Saiten. Lutz spielt immer noch auf einer rötlichen Gitarre.
06.05.2004 Erste Gespräche bezüglich „Schacht-Konrad-Gig“

Entgleist Festival Kalbe/Milde

Kapitel 6

Kalbe/Milde und die Komasäufer


W
               ir schreiben den 10. Juli anno 2004 im Lande von Punk, Ska und Bier. Es ist kein Witz und kein „fake“ – lediglich die Mukker der Band PAINCAKE. Es reisen an: „Familie PAINCAKE“ als Band und road-crew unisono in Personen Andreas, Kerstin, Eve, Jasmin, Isabelle, und Lutz. Der Morgen fängt eigentlich recht harmlos an, bedenke man(n), dass immerhin 4 weibliche Wesen aus ihrem Schlafe erwachen. Jetzt heißt es nur „Zigaretten, Kaffee, MEIN Badezimmer“ und „Mamaaaaaaaaaa…. kommst Du maaaaal?!“ Die beiden männlichen Wesen wuseln dagegen schon etwas ruhiger (jedoch nicht ziellos!). Ist es nicht wunderbar, wenn die komplette Familie den Tag beginnt? Das gibt Kraft und „The Paincake Family“ begibt sich „on the road“. Quer durch die niedersächsische Autometropole geht es weiter gen Osten – dort, wo die Sonne aufgeht. Nach einer kleinen Pause und kurzer Verfahrerei sind die 6 schon am Ziel. „Ziel“ ist zwar zuviel des Guten, jedoch kann man sich an der Tanke unseres Vertrauens bei netten jungen Einheimischen den Weg erfragen. Eigentlich sollte es nicht lauten „man kann sich …. den Weg erfragen“ sondern genau genommen erfragte Bass-Mama, die höflich mit „Sie“ angeredet wurde, den Weg. Also: Herzlich Willkommen in Kalbe an der Milde, Frau Paincake!
Nach einem ultimativen Stoßdämpfer-Check auf einer Strecke, die der Tour „Paris-Dakar“ in nichts nachstand, betreten die PAINCAKEs den „Sherwood Forest“ von „Viva Kuba“. Sodann fragt man den netten Schwarzgurt-Träger der Bierkampftrinkergilde und versucht gleichzeitig die Integration in das örtliche Chaos zu absolvieren. Das gelingt natürlich umso besser, indem man die zeltähnlichen Schlafgemächer errichtet. Drei Zelte. Fertig!
Da die eigentlichen Verantwortlichen der Veranstaltung sich offensichtlich noch im Delirium des Vortages befinden, versuchen die PAINCAKEs einfach mal, ein paar wesentliche Dinge zu klären, was auch ansatzweise gelingen mag. Die Backstage-Räumlichkeiten erinnern an die grell beleuchteten Gebäudestrukturen von Maulwürfen, was jedoch nicht „abschrecken„ kann. Abschreckend ist lediglich der Gedanke „Wer bekommt hier noch etwas auf die Reihe?“ Dieser Gedanke, ebenso wie die klare Antwort „Keiner!“, wird speziell für den PAINCAKE-Auftritt als Samstags-Opener in die Realität umgesetzt. O.K., die Spontan-Ich-geh-auf-die-Bühne-und-werde-irgendetwas-los-Aktion im Vorfeld war eine absolut spitzenmäßige geniale Aktion. Eve und Lutz haben diese Aktion gefilmt und noch heute kann man sich beim Betrachten des Filmes kaum vor Lachen halten. Mit nur zwei Micros und einem E-Piano durfte jeder, der wollte, auf die Bühne und seine kreativen Ergüsse live in das Publikum werfen. Das reichte vom Durchzähler des 11 Personen starken Publikums bis zu brennenden Hose (rein poetisch betrachtet, versteht sich). Auch ein „Let it be“, was allerdings nur schwer als ebensolcher Lennon-Song erkannt wurde, avancierte in eine gekonnte Selbstreflexion des Momentes als Exegese extrovertierter Avantgarde. Nun aber wieder wech von eloquenter Artikulation und weiter mit dem Schlamm- und Regenfestival alternativ denkender Leute.
Nachdem die PAINCAKEs ihre Instrumente aus dem „verschlusssicheren Raum“ auf die Bühne transportierten, bagann der (fast) 1stündige Soundcheck für die Band. Eigentlich konnte man es nicht „Soundcheck“ nennen, weil der PAINCAKE-gig als Soundcheck (…wie es NICHT klingen soll!) diente. Für PAINCAKE gab es in diesem Sinne keinen Soundcheck, da gruselige Umstände von foldback, defekter DI-Box bis hin zu defekten Monitorboxen (…waren die überhaupt „in Betrieb“?) reichte. Weitere Umstände sollen an dieser Stelle bewusst nicht näher betrachtet werden, da sie das zarte Musiker-Herz in einen krankenhausreifen Zustand versetzen würden. Nur eine kleine Anekdote sei hier erwähnt:
„Vielleicht liegt’s doch am Bass“ sagte der „Mixer-Mann“ und entfernte irgendeine Strippe. Nach einer kurzen „Verfolgung“ der besagten Strippe merkt er, dass er das Micro lahmgelegt hat. Allmählich vermutete die Band, dass sie auf Sendung bei „Verstehen Sie Spaß?“ oder bei „Wetten dass?!“ sind. Oder waren es doch die Sendungen „Pleiten, Pech und Pannen“ und „Versteckte Kamera“? Während also der vermeintliche „Mixer-Mann“ ratlos zwischen Bühne und Mischer herumirrte, suchte derweil Lutz nach Kurt Felix („Verstehen Sie Spaß?“) und eventuellen ZDF-Kameraleuten. Nebenbei hilft der PAINCAKE-Gitarrero dem „Bühnentechniker“ mit einer Klinkenstrippe aus, was jedoch auch nicht zum Erfolg beitragen kann. Vielleicht lag es daran, dass die Nebelmaschine wichtiger als die Tontechnik war? Hey, die Band PAINCAKE wollte durch nur ein wenig Musik machen und nicht „irgendwelche feindlichen Panzerstellungen“ einnebeln; ist das etwa zuviel verlangt?
Der SfaB (=Soundcheck für andere Bands), sprich „der PAINCAKE-gig“ war dementsprechend ein Disaster! Kein Kommentar! Die 3 PAINCAKE-Mukker waren froh, die Bühne zu verlassen und ihren Ärger, Kummer und ihre Resignation in ein paar Becher Gerstensaft zu ertränken.
Nach einer kurzen prägnanten Vergessenphase bezüglich des „Auftrittes“ – oder besser SfaB – widmete man sein Interesse den zahlreichen Bands, für die PAINCAKE immerhin mit ihrem SfaB den Soundcheck lieferte. Daß die nachfolgenden Bands natürlich einen besseren Sound hatten, lag maßgeblich daran, dass der RICHTIGE Mixer-Mann aus seinem Koma erwachte und halbwegs gerade hinter Mischer stehen konnte. Im sozialistisch verwurzeltem Kollektiv wechselten sich somit „Mixer-Mann“ und sein Azubi ab: Während der eine seinen Vollrausch ausschlief, konnte der andere mixen, was das Zeux hält! Das scheint allerdings nur dort zu funktionieren; denn Lutz hat sich mal umgehört: In einem Ingenieurbüro müsste demnach die Büro-Reinigungskraft die Projekte übernehmen, während der Herr Ingenieur schläft. Und – ganz im kollektivem Gedanken – putzt der Herr Ingenieur die Toiletten, während die Büro-Reinigungskraft ihren Vollrausch ausschläft. Im „Sherwood Forest“ in Kuba funktioniert das!
Gegen 22:00 Uhr legen sich Jasmin und Eve zum Schlafen in ihr Zelt. Der Rest der „Paincake-family“ folgt ca. 1,5 Stunden später. Nach einer Einschlafphase, die gemäß den Umständen unruhig verläuft, steht Lutz gegen 2:00 Uhr wieder auf und schaut sich eine Skaband aus Berlin an. Neben vereinzelten Ragga-Riddim überzeugte ihn der Spaß an der Musik, welcher ebenfalls auch für PAINCAKE als Antriebsmotor kreativer Darbietung dient. Aber – neben der Musik – bewunderte er am meisten den tollen Bühnensound der Band. Die Band schienen tatsächlich zu hören, was der Sänger singt und wo sich jedes Instrument musikalisch im Song befindet. Bemerkenswert! Vielleicht war die Monitorbox doch nicht hinüber?! Um 2:30 Uhr ist nun endgültig Schluß mit live-Musik und „der harte Kern“ kann sich der zielstrebigen Überschreitung der 3Promillegrenze widmen. Lutz legt sich hin und schläft bis 5:30 Uhr um sich müde in Richtung „harter Kern“ zu bewegen. Am Bierwagen war Hochkonjunktur oder, besser gesagt, fröhliches Restesaufen angesagt. Nachdem Lutz höflich nach einem Kaffee fragte, wird er herzlich- und natürlich KOLLEKTIV ausgelacht. Schwupps – schon steht ein voller Bierbecher vor seiner Nase, welchen er anstandshalber austrinkt. Oder war es die pure Angst, dass ihn „der harte Kern“ verhauen würde, wenn er das Bier nicht trinken würde? Schließlich ist es schon 5:45 Uhr und das Bier könnte ja schlecht werden. Die Zeit vergeht im Fluge und Lutz erfährt, dass Wodka „ganz schön harter Stoff“ sein soll, dass man blöd angeguckt wird, wenn man mit einem Panzer bei McDonalds DriveIn seine Bestellung aufgibt und dass der TONTECHNIGER(!) des Entgleist-Festivals Kurt heißt. Tja, leider ist Kurt zu diesem Zeitpunkt bereits weit über die 3Promillegrenze hinausgeschossen. Demnach fällt Lutz „unangenehm“ auf, da er mit unter 1Promille sich vorkommt wie ein Antilopenbaby zu Besuch bei einem Rudel Löwen. Als Mission Impossible erweist sich dann noch das Verklappen eines biergefüllten Bechers. Dieses gelingt ihm aber doch noch, indem er den Gerstensaft im schlammigen Boden versenkt. Uff! ….hat keiner gesehen! Lutz kam noch mal mit dem Leben davon!
„Aufstehen! Wir suchen Kaffee! Hallo Mädels, VORSICHT, nicht auf eine der zuge….enen Toiletten gehen!“ Endlich geschafft: Nach einer langen Suche, die an Indiana Jones erinnern würde, hält die „PAINCAKE-family“ endlich Becher mit Kaffee in den Händen! Hurra! Die Mädels haben sogar Sträucher gefunden, die (im Vergleich zu den besagten Toiletten) luxuriösen WCs glichen. So schleppte man sich dann im Zeitlupentempo in Richtung Sitzbank und eröffnete das Bankett unter dem Tarnnetz eines Panzers, welcher scheinbar schon beim DriveIn der schottisch klingenden Imbissbude war. Und dann aß man Toast und trank Tee – wie pervers, wenn man bedenkt, dass sich unsere Protagonisten auf dem „Entgleist-Festival“ befanden. Lachen – Torkeln – Lachen – und sogar Vogelgezwitscher begleitet das üppige Mahl. Eve schien mit den sanitären Umgebungsvariablen nicht konform zu gehen, Jasmin beschäftigte eine Armee und Andreas war – wie immer – die Ruhe selbst.
Alles Weitere verlief „wohl koordiniert“: Zelte abbauen, Instrumente „ausfassen“, Heimreise. Ein friedliches Festival und nette Leute bleiben nun in den Erinnerungen der PAINCAKEs (und auf dieser Webseite!). An dieser Stelle möchte PAINCAKE unbedingt die wichtigsten Eindrücke zusammenfassen, die das „Entgleist-Festival“ als eine Veranstaltung darstellt, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Aus Sicht der PAINCAKE-Mukker bleibt noch anzumerken, dass
  • Gage und Benzingeld korrekt abgerechnet worden sind (was nicht selbstverständlich ist),
  • die Verträge gemäß GEMA unterzeichnet wurden,
  • ein Zelt versehentlich abgefackelt wurde (es kam allerdings KEINER zu Schaden),
  • sich die 5jährige Jasmin „frei“ und unbeschwert auf dem Gelände bewegen konnte und
  • das Festival aufgrund der Freude, gute Laune und des Programmes ein absolutes MUSS für jeden
    Freund alternativer Musik ist!
Ein RIESIGES DANKESCHÖN geht hiermit an Thomas!

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